Besuch im Studio

von Ambiente
 

   'Eintritt für Frauen verboten!' Da stand ich nun, am Eingang zu der wohlbekanntesten Straße Deutschlands, zumindest in diesem Genre. Herzklopfen hatte ich schon, und nur meine Begleitung gab mir die Sicherheit, dieses Tor zu durchschreiten. Seit ich durch meinen Liebsten meine Vorliebe für S/M entdeckt hatte, spukte immer wieder mal der Gedanke an einen Besuch in einem Studio, einem richtigen Studio, in meinem Kopf herum. Heute sollte es also soweit sein.
   Da gab es diesen Mann, einen Haussklaven. Ich hatte ihn via Computer kennen- und schätzen gelernt. Nach vielen Briefen hin und her hatte ich einen tiefen Einblick in sein Sklavendasein bekommen, und irgendwann hatte ich ihn gefragt, ob ich wohl einmal Gast bei so einer Session sein dürfe. Heute sollte es soweit sein, ich durfte bei einer seiner Behandlungen zusehen. Ich war sehr gespannt, wie weit meine Phantasien von der Wirklichkeit entfernt waren.
   Die Domina hatte zugestimmt, als ich meinen Wunsch vorgetragen hatte. Den Wunsch des Sklaven nach einem aktiven Part meinerseits lehnte ich jedoch ab - hatte ich doch bisher nur mit meinem Liebsten gespielt und nie einen Fremden "behandelt".
   Ich holte noch einmal tief Luft und betrat mit W. an der einen und meinem Liebsten an der anderen Seite das verbotene Terrain. 'Was wird gleich geschehen? Wird es mich erregen - werde ich es durchstehen?' Viele Fragen wirbelten durch meinen Kopf, als wir an den Fenstern mit den Frauen, die Ihre Dienste anboten, vorbeigingen. Schon standen wir vor der Tür. W. läutete, und eine Wirtschafterin öffnete uns. Wir wurden in den Salon geführt und nahmen Platz. Gleich sollte der Moment kommen. Sie würde vor mir stehen, eine Domina. Ich hatte bei W. ein paar Fotos von ihr gesehen und auch in einem Video hatte ich sie schon bewundern können.
   Ich hörte ihre Stimme: "W., bringe unseren Gästen Sekt, aber so wie es sich für einen Sklaven gehört." Und dann kam sie zu uns. Herrin M.! Es war mir, als bliebe eine Sekunde die Zeit stehen, ich nahm ihr Outfit in mir auf: Hohe geschnürte Lederstiefel - wie oft W. wohl schon danach gegiert hat, sie küssen und lecken zu dürfen - der enge Lederrock, ihren herrlichen Hintern betonend, das Lederoberteil, welches wundervolle Brüste erahnen ließ, die Augen geheimnisvoll umrahmt und dieses sinnliche Lächeln, welches ich schon auf den Fotos in mich eingesogen hatte. Auf dem Kopf, als krönenden Abschluß, einen schwarzen Männerhut. Der Anblick warf mich fast um. Welche Ausstrahlung! Wäre ich ein Mann, wäre in meiner Hose sicherlich allerhand losgewesen.
   Sie begrüßte uns, und setze sich zu uns. Eine lebhafte Diskussion begann, und verwundert stellte ich fest, daß es mir vorkam, als kannten wir uns bereits seit Jahren. Sie fragte explizit nach meinen Neigungen, und ich erzählte ohne Scheu, daß ich nicht dominant pur sei, sondern genauso gern devot. Kurzum, ich switche, und jeder Part hat für mich seinen eigenen Reiz.
   W. kam mit dem Sekt und begann ihn ungeschickt zu servieren. Ich beobachtete ihn, und mit Mißfallen stellte ich fest, daß er immer wieder seine Herrin unerlaubt ansah, sie nicht als erstes bediente und nicht einmal auf eine Anweisung von ihr wartete. Ich sah auf und direkt in die Augen von M. Es war mir, als spüre sie genau, was ich in dem Augenblick dachte. Ein unsichtbares Band schien uns zu verbinden.
   "W., Du gehst gleich nach oben und kleidest Dich um. Ich erwarte, daß Du nichts außer Deinem Latexslip trägst. Und wage nicht zu erscheinen, bevor ich es Dir erlaube."
   "Ja, Herrin M.!"
   Er stand auf und ging hinaus. Wieder stellte ich fest, daß er nicht erst die Erlaubnis seiner Herrin abgewartet hatte, sich entfernen zu dürfen. Ich reagierte mit einem leichten Stirnrunzeln.
   "Ich merke schon, Ambi, Dir gefällt einiges an W. nicht. Sag mir, was Du bei der Behandlung sehen möchtest, hast Du einen besonderen Wunsch?" Ich überlegte einen Augenblick, dann sagte ich es auch schon und erschrak im gleichen Augenblick über meinen Mut: "Nadeln! Ich möchte ein Spiel mit Nadeln sehen."
   Im gleichen Augenblick wußte ich, daß ich nun zwei Männer dominierte: W. und meinen Liebsten. Ich weiß, wie sehr mein Liebster Nadeln scheut, ja geradezu verabscheut. Ein Blick zu ihm bestätigte meine Gedanken. Er sah sehr blaß aus in diesem Augenblick...
   Wir besprachen dann noch kurz, wie wir W. zu Beginn der Session verbal in die Zange nehmen wollten. Alles weitere sollte sich dann von allein ergeben.
   Mein Herz klopfte laut, als wir die Treppe zum Studio hinaufgingen. Es tat gut zu wissen, daß mein Liebster nur wenige Schritte hinter mir war. Wir betraten einen Vorraum, und M. bat uns Platz zu nehmen. Mir kam es vor, als wenn sie mich absichtlich auf die Folter spannen wollte, das Studio zu sehen. Aber ich sollte es nicht bereuen.
   Wir tranken unseren Sekt und plauderten noch etwas. Ich konnte mir vorstellen, wie W. auf ihren Ruf wartete. Sie spielte mit ihm. Oh, dieses Spiel kannte ich nur zu gut, spielte ich selbst es doch genauso gern.
   "W., komm jetzt her."
   Ich ahnte, nein, ich wußte, daß ich wieder nicht zufrieden mit ihm sein würde. Noch etwas spürte ich: Meine Scheu verschwand. Ich fühlte mich stark. W. kam, zwar auf allen Vieren, aber wieder sah er seiner Herrin ins Gesicht.
   "M., sage einmal, schaut Dein Sklave Dich immer so herausfordernd an?", brach es aus mir hervor. "Ich würde ihm das nicht durchgehen lassen."
   "Ich merke es auch, er ist sowieso sehr nachlässig geworden. Ich glaube, wir müssen ihm mal wieder zeigen, wie sich ein Sklave zu benehmen hat."
   "Komm her und begrüße mich." W. rutschte heran und küßte M.s Stiefelspitze. Sie stieß ihn mit dem Fuß weg und herrschte ihn an: "Weißt Du nicht mehr, wie man sich bedankt? Los, nochmal!"
   "Ja, Herrin M.; danke, Herrin M." Wieder küßte er die Stiefel seiner Herrin, und ich konnte sehen, wie sehr es ihn erregte, ihre Stiefel zu küssen und zu lecken.
   "W., bedanke Dich bei Deiner Herrin dafür, daß Du ihre Stiefel küssen durftest!", fiel ich wieder in das Spiel ein. Befriedigt hörte ich das leise Zittern in seiner Stimme, als er sich bedankte.
   "Jetzt begrüße unseren Gast!" sagte M.
   Er rutschte auf mich zu, und da hörte ich es zum erstenmal aus seinem Mund: "Willkommen, Herrin Ambi!", dann küßte er vorsichtig die Spitzen meiner Schuhe.
   "Steh auf und hole die Kanülen, wir werden mit Deinen Brustwarzen spielen." Er stand auf und ich sagte nur eiskalt: "W.!" Sofort zuckte W. zusammen, und es sprudelte ein "Danke, Herrin" über seine Lippen.
   Ich sah M. an, und an dem Lächeln in ihren Augen erkannte ich, daß sie W. diesen Fauxpas nicht so hätte durchgehen lassen, wenn sie allein mit ihm gewesen wäre. Sie wollte mir Gelegenheit zum Eingreifen geben, und es schien, als wenn sie dieses Spiel genießen würde. Spielte sie auch mit mir?
   W. kam zurück. Er brachte Desinfektionsspray, Zewas und Kanülen mit. Bevor er sich wieder niederknien konnte, schickte M. ihn noch einmal weg, um Klammern und Brustwarzengewichte zu holen. Wieder vermißte ich ein 'Ja, Herrin' oder 'Danke, Herrin!' In mir brodelte es.
   Auch diese Dinge holte er und ließ sich dann zu Füßen seiner Herrin nieder. Mein Herz pochte wild. Bisher hatte ich Nadelspiele nur im Film gesehen - und jetzt sollte ich es live erleben. Ob ich es durchstand? Ob Blut fließen würde? Ob mein Liebster es durchstehen würde? Ich war sehr gespannt. Oh, ich wußte schon jetzt, er würde es mich bei nächster Gelegenheit spüren lassen, was ich ihm heute antat. Unsere nächste Session würde bestimmt kommen.
   M. schaute mich fragend an und sagte dann: "Ambi, welche Kanülen nehmen wir?" Ich schaute erst auf die Kanülen,dann auf die Gewichte, und schon sagte ich: "Die größeren, wenn die Gewichte daran befestigt werden sollen."    M. nickte nur, zog W. an seinen Brustwarzen näher zu uns hin und postierte ihn genau zwischen uns. Mit einem kurzen Blick stellte M. fest, daß auch mein Liebster ein freies Blickfeld hatte. Sorgfältig besprühte sie seine Brustwarzen mit dem Spray und reichte mir dann die Kanülen mit der Bitte, diese zu öffnen und ihr anzureichen. Sie bezog mich auf ihre ganz eigene, feine Art mit ins Spiel hinein.
   Seltsamerweise war ich plötzlich ganz kühl, ganz ruhig, aber voller Spannung. Ich öffnete die Umhüllung der ersten Kanüle und reichte sie an. Sie ergriff mit der einen Hand die Kanüle, mit der anderen begann sie W.s Brustwarze zu massieren, zu kneifen und etwas langzuziehen.
   Während dieses Vorganges redetet sie mit mir, so als wären wir allein. W. war nur noch ein Objekt. Sie wies auf die ausgeprägten Brustwarzen hin und zeigte mir, wo mal die Brustwarzenringe gewesen waren. W. hatte es sich verscherzt, sie zu tragen, und so hatte sie ihm befohlen, sie wieder abzulegen. Er mußte sie sich erst wieder verdienen.
   Dann setzte sie die Nadel an. Sie schaute mich kurz an; ich erwiderte den Blick mit einem kaum wahrnehmbaren Nicken meines Kopfes, und langsam, mit großer Sicherheit, stach sie die Nadel durch die Brustwarze. Ich sah, daß sie etwas Kraft aufbringen mußte, um den Einstich zu schaffen, aber dann ging die Nadel gut hindurch. Ich beobachte den Vorgang ganz genau, nahm das hörbare Einziehen der Luft von W. wahr und schaute fasziniert weiter zu. Er war stark, er jammerte nicht. Hielt die Hände auf dem Rücken verschränkt, reckte seiner Herrin die Brüste entgegen.
   Ich sah zu meinem Liebsten und war stolz auf ihn. Er hatte nicht weggeschaut. Ich sah, welche Kraft es ihn kostete, zuzusehen. M. schob von unten die Schutzkappe über die Nadel, damit W. nicht ohne unseren Willen verletzt werden konnte.
   Ich öffnete die zweite Kanüle und hielt sie M. hin. Sie schaute mich kurz an, und dann schob sie die zweite Nadel diagonal zu der ersten Nadel durch die Brustwarze. Es floß nicht ein Tropfen Blut. Ich horchte in mich hinein. Was spürte ich? Neugier und Erregung. Keine Scheu...ob ich Nadeln ebenfalls ertragen könnte? Mich schauderte.
   M. holte mich in die Wirklichkeit zurück. "Ambi", sagte sie nur kurz und hielt mir ihre Hand entgegen. Sofort reichte ich ihr die nächste Nadel an. Sie schob auch diese Nadel gezielt durch die Brustwarze, diesmal die andere. Bei der vierten Nadel hielt sie kurz inne, schaute mich an und sagte nur fragend: "Ambi?"
   'Soll ich?', schoß es mir durch den Kopf...aber so mutig war ich nun doch noch nicht, und so schüttelte ich nur leicht den Kopf, und so setzte sie auch noch die letzte Kanüle ein. Ich schaute W. an und sah, wie er stolz auf seine Herrin schaute. Er hatte sie nicht blamiert, hatte den Schmerz, ohne zu klagen, ertragen.
   Dann griff ich kurz zur Hand meines Liebsten und drückte sie einmal kurz und herzlich. Er sollte spüren, wie stolz ich auf ihn war. Er hat es, auf seine Weise, ertragen. Ich wußte genau, wieviel Kraft es ihn gekostet haben mußte.
   Dann griff M. zu den Gewichten. Sie waren mit einer Schnur verbunden, und diese wickelte sie nun so um die Kanülen, daß beide Brustwarzen durch die Schnur verbunden waren. Als das Band befestigt war, hängte sie sorgfältig die beiden Gewichte ein, und mit Erstaunen konnte ich verfolgen, wie sich die Schnur dehnte und die Brustwarzen durch den Druck auf die Kanülen langgezogen wurden.
   Erregung erfaßte mich. In mir prickelte alles. Ein Blick zu M. und sie verstand. "Beuge Dich vor, laß sie baumeln!", sagte sie und dann folgte ein Bild, welches ich noch heute manchmal als Phantasie benutze: Da kniete der Sklave mit vorgebeugtem Oberkörper und ließ die Gewichte, die von seinen Brüsten herabhingen, schwingen. Welch ein Anblick! Es war für mich einer der Höhepunkte dieses Abends.
   Trotz der Faszination die ich empfand, bemerkte ich, wie sorgsam M. ihren Sklaven beobachtete. Sie bemerkte genau, wann es genug war und befahl ihm sofort, sich aufzurichten. Sie entfernte die Gewichte und das Band, beließ aber die Kanülen an Ihrem Platz. Sie schickte W. weg und befahl ihm, in "seiner" Ecke zu warten, bis sie ihn wieder rufen würde. Diesmal antworte er sofort: "Ja, Herrin. Danke, Herrin!" Ein kurzer Blick zwischen uns genügte und beide sahen wir um die Mundwinkel der anderen ein leichtes Lächeln.
   Dann begann M. ein Gespräch mit meinem Liebsten und gab mir dadurch Gelegenheit, alles soeben erlebte in mich aufzunehmen. War ich wirklich hier? Erlebte ich das alles wirklich gerade? Ich sah mich in aller Ruhe um. Bisher hatte mich das Geschehen so in seinen Bann gezogen, daß ich dazu gar nicht gekommen war.
   M. bemerkte meine sehnsüchtigen Blicke zur Studiotür, und als wenn sie ahnen würde, wie gespannt ich auf die Einrichtung und Ausstattung war, meinte sie nur kurz zu mir: "Geh nur ruhig rein und sieh Dich um." Sofort war ich auf den Beinen und ging zur Studiotür. Im Türrahmen blieb ich stehen und nahm alles in mir auf: Der ganze Raum war in schwarz gehalten. Rechts an der Wand stand eine Streckbank - oh, mein Liebster würde Augen machen, wollte er doch schon immer einmal so ein Gerät ausprobieren, links war die komplette Wand verspiegelt. Jeder der sich im Raum befand, konnte sich selbst und auch alles andere sehen, was es im Raum zu sehen gab. Vor der Spiegelwand stand das stabile Gestell, welches für den Flaschenzug angefertigt worden war. Es erinnerte mich an einen Tordurchgang, war aus festen 15 x 15 Kanthölzern gebaut, stabil und effektiv. Er erlaubte sicherlich sogar das komplette Aufhängen eines Menschen über einen längeren Zeitraum hinweg. Ringsum an den Wänden hing alles, fein säuberlich sortiert, was sich ein SMer nur erträumt: Masken, Lederbekleidung, Gürtel und Knebel, Leder-BH's und Schlaginstrumente in allen Variationen, Hand- und Fußgelenkmanschetten. Allein das ruhige Betrachten all der herrlichen Dinge, die da zu sehen waren, hätte Stunden gedauert.
   Sie ließ mir die Zeit, um alles in mir aufzunehmen. Wie sehr wünschte ich mir jetzt meinen Liebsten neben mir...aber warum sollte er nicht? Ich sah mich um, und er verstand sofort. Ein Teufelchen in mir ließ mich, ohne zu überlegen, zu ihm sagen: "Setz dich auf die Bank da drüben."
   Er kam, ging an mir vorbei - nicht ohne mir einen Kuß in die Halsbeuge zu geben und setzte sich, wie befohlen, auf die Streckbank. Er schenkte mir diese Zeit, wußte ich doch, wie sehr auch ihn das alles faszinierte. Aber auch das Glitzern in seinen Augen, als er auf die Streckbank zuging, sagte mir, daß ich in einer "unserer" Sessions büßen würde, daß ich ihn genau dahin beordert hatte. Ich lächelte - hatte ich es doch geahnt, in dem Augenblick, wo ich es sagte. W. blieb in seiner Ecke zurück. Wartend!    Madame M. kam und schaute mich fragend an. "M., auf den Fotos sah ich, daß Du den Stock auf eine besondere Art hältst. Hat es damit etwas auf sich? Kannst Du damit die Kraft Deiner Schläge beeinflussen oder hat es einen anderen Grund?" fragte ich sie. Sie nahm ein Kissen von einem Stuhl und legte es auf eine mit Leder bezogene Kiste. "Komm", sagte sie, und dann zeigte sie mir, wie sie den Bambusstock hielt und wie sie ihn aus dem Handgelenk heraus herabschnellen ließ. Sie reichte mir den Stock und ließ es mich versuchen.
   Ich holte aus - und sie fiel mir in den Arm. "Nicht ausholen, Du hast die Kraft in Deinem Arm." Damit hielt sie mich am Ellenbogen fest und führte meinen Unterarm. Ich spürte, wie ich nach jedem Schlag mehr die Kontrolle über den Stock bekam. Längst hatte sie mich losgelassen, und ich traf jedesmal genau die Stelle, die ich auch anvisiert hatte. Ich merkte, wie sehr mir die kurze Anweisung geholfen hatte. Ich gierte nach mehr, doch bevor ich etwas sagen konnte, hörte ich es: "W. komm her, aber ein bißchen plötzlich. Stell Dich hierher." Sie plazierte ihn genau unter dem Querbalken und hakte die Karabinerhaken seiner Handgelenkmanschetten in die vorgesehenen Ösen des Flaschenzuges ein.
   Langsam drehte sie sich herum und schaute mich an, abwägend und dann blitzte es in ihren Augen auf. "Versuch es," sagte sie, "Schlag zu," und blickte auf den fixierten Sklaven. Ich sah sie an und dann zu W...aber ich wollte doch eigentlich nicht. Ich schaute meinen Liebsten an. Wir hatten doch darüber diskutiert. Ich wollte doch nicht - aber wieso reizte es mich denn jetzt so sehr? Ich schaute nochmal auf das Kissen, dann auf den Körper, der sich mir entgegenstreckte.
   Nicht überlegen - versuchen. Also fiel der erste Schlag, quer über das Gesäß. Ich führte ihn nicht mit Kraft aus, sondern versuchte es, wie M. es mir gezeigt hatte. Mir wurde heiß. "Versuch es nochmal! Härter!" Wieder schlug ich, diesmal versuchte ich etwas höher zu treffen, ging um ihn herum, schmiegte mich kurz an meinen Liebsten, so als wolle ich Kraft tanken und schlug wieder zu.
   Ich ging wieder um W. herum. - Klatsch! - "Weißt Du nicht, wie man sich bedankt?" - Klatsch! - "Du wirst jetzt jeden Schlag laut zählen, und Dich bedanken!" - Klatsch! - "Verstanden?"
   "Ja, Herrin Ambi!"
   Ich sah den Blick, den er seiner Herrin M. zuwarf, sah auch das Nicken von ihr. Ihr Blick sagte mir: 'Nimm ihn...spiele mit ihm...ich schenke ihn Dir für eine Weile', aber er signalisierte mir auch: 'Ich werde aufpassen, für Dich da sein. SPIELE!'
   Ich vergaß fast, wo ich war. Dafür wußte ich aber genau, wie ich mich geärgert hatte, über seine Unaufmerksamkeit...dachte an meinen Liebsten, unsere Spiele, und hörte dann, wie M. sagte: "Du kannst auch die anderen Musikinstrumente benutzen." Dabei zeigte sie mir die einzelnen Instrumente, machte mich auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Dinge aufmerksam, sagte mir, wo Verletzungsgefahr bestand und wie ich die einzelnen Spielzeuge einsetzen könne.
   "Tu es.", sagte sie noch einmal und schaute bedeutungsvoll zu meinem Liebsten hinüber. Ich schaute auch zu ihm hin und sah, wie sein Blick liebevoll eine Neunschwänzige streifte, die der unseren so sehr ähnelte. Ich verstand ihn ohne Worte.
   Ich trat zu der Wand und wählte eine der Neunschwänzigen mit Bedacht aus. Sie mußte gut in der Hand liegen. Die einzelnen Riemen mußten die richtige Festigkeit haben und trotzdem anschmiegsam sein, wenn sie die von mir beabsichtigte Wirkung haben sollten. Ich zeigte sie meinem Liebsten, und mit einem leichten Nicken verriet er mir, daß er meine Gedanken teilte.
   Dann trat ich wieder hinter W. Das Gewicht lag vertraut in meiner Hand und schon klatschte sie quer über seinen Rücken. Mit Genugtuung erkannte ich die Spur der Riemen auf der Haut.
   "Eins. Danke Herrin Ambi."
   Schon sauste der nächste und wieder der nächste Schlag nieder. W. bedankte sich, und ich beobachtete seine Haltung, seinen Rücken, die Striemen darauf, und ein Fieber erfaßte mich. Ich wollte diesen Rücken gleichmäßig röten. Ich wechselte Schlagstärke und Geschwindigkeit.
   Ich wollte ein Muster auf diesen Rücken zaubern. Ich versuchte mir vorzustellen, wie es wäre, wenn mein Liebster jetzt da hängen würde. Oh, er würde eine ganz andere Figur machen. Er würde aufrecht stehen, sich den Schlägen entgegenrecken. Sie voller Stolz und Dankbarkeit entgegen nehmen. Würde mich mit dieser Kraft dazu treiben, wieder etwas weiter zu gehen, als beim letzten Mal. Der Wunsch, diesen Stolz zu brechen würde mich wieder überfallen und mich zu noch größerer Leistung anspornen. Unser Spiel nahm mich gefangen. Er schob sich in meine Gedanken.
   Es machte mir Spaß, W. durcheinanderzubringen mit seinem Sich-Bedanken und seinem Zählen. Plötzlich bemerkte ich, daß er es herausforderte, deshalb hörte ich auf und schaute auf die anderen Instrumente. Im Vorbeigehen ließ ich meine Fingerspitzen über diesen gemusterten Rücken streifen. Er war warm. Ich wußte, diese Wärme hatte ich produziert. Ich spürte, wie mich die Macht durchdrang. Ich sog sie in mich hinein.
   Da waren die beiden Holzpaddel. Ich hatte soviel von ihnen durch W. gelesen. Fast erschien es mir, als wären es alte Bekannte. Ich erinnerte mich, wie W. die Vorzüge des einen und seine Furcht vor dem anderen beschrieb. All das stand vor meinem inneren Auge. Ich ergriff erst das eine, wovor er keine Angst hatte, denn ich wollte mich ja noch steigern können. Ich zielte und entschied mich dann anders. Mein Blick zu M. bestätigte meine Gedanken. Holzpaddel nicht auf den Rücken!
   "W.! Strecke mir Deinen Hintern entgegen. Ich will ihn aufheizen." Klatsch! "Na los, wie lange soll ich noch warten?" Klatsch! sauste der zweite Schlag auf den sich mir nun entgegengestreckten Hintern. Das Holzpaddel lag erstaunlich gut in meiner Hand. Es ließ sich gezielt anwenden. Wieder zielte ich auf die prallen Pobacken, die sich unter dem Latexslip abzeichneten. Schlag auf Schlag, mal von der einen, mal von der anderen Seite fiel auf diesen Hintern, den ich vorher noch nie gesehen hatte.
   Plötzlich hielt ich einen Augenblick inne. Für mich war es nicht W., der da stand. Für mich war es ein Sklave, der seine Bestrafung verdient hatte. Ein Spielzeug in meinen Händen. Ich spürte noch etwas anderes in mir: Macht, Stärke. Und den Wunsch, ihn, meinen Liebsten an W.s Stelle dort zu sehen. Ob er es spürte?
   Ich sah zu ihm hin und sah, wie seine Hände liebevoll das Leder der Streckbank berührten. Ich wußte, daß es ein Traum von ihm war, einmal auf einer Streckbank fixiert zu sein. Vielleicht bei unserem nächsten Besuch, hier im Studio.
   Ich wandte mich wieder dem Flaschenzug zu. W. hatte jetzt genug Ruhe gehabt, sich von meiner letzten Attacke zu erholen. Diesmal entschied ich mich noch einmal für den, von W. selbst gut gewässerten Rohrstock. Ich wollte W. tanzen sehen. Ich plazierte die Schläge an Stellen, von denen ich wußte, daß es kaum möglich war, still zu halten. Ich traf die Hüften, zielte auf die Innenseiten der Schenkel. Trieb W., soweit es die Fesseln zuließen, unter dem Balken hin und her. Dabei beobachtete ich ihn genau, um festzustellen wann es genug war. Ich gönnte ihm eine kurze Verschnaufpause.
   "Wie stehst denn Du schon wieder da. Kannst Du nicht vernünftig stehen? Reck mir deinen Hintern entgegen. Meinst Du vielleicht, ich will hier große Mühe an Dich verwenden? Wer bist denn Du überhaupt? Wieso hast Du Dich nicht vernünftig bedankt?" - Klatsch! "Wieso kannst Du Deine Herrin nicht vernünftig begrüßen?" - Klatsch! Ich spürte, ich wollte gar keine Antworten. Ich wollte strafen - gerecht strafen. "Wenn Du mein Sklave wärest, würdest Du es nicht wagen, so gleichgültig zu sein."
   Bei den Schlägen beobachtete ich ihn genau, wollte ergründen, wie stark er auf die Schläge reagierte, wann sie zu fest oder zu sanft waren. Versuchte herausfinden, wo er am empfindlichsten reagierte, spielte mit ihm.
   Ich schaute mich um und sah zwei Lederlappen, die mit Nadelspitzen gespickt waren. Ich holte sie und betrachtete sie genau. Natürlich stand ich dabei direkt neben der Streckbank und hielt die Flecken so, daß mein Liebster genau die Nadelspitzen sehen konnte. Ich wußte, daß er an unsere selbstgebauten Platten, mit den aus Nadeln eingelassenen Buchstaben - A + C - dachte.
   Ich legte sie auf den Boden und zog W. an seinen Hüften soweit zurück, bis sein Hintern wundervoll herausstand und seine Füße auf den Lederlappen standen. Mit einem inneren Zittern sah ich, wie er versuchte, einen einigermaßen schmerzfreien Stand zu finden und gerade in dem Augenblick wo er stand, fiel der nächste Schlag. Wieder wechselte ich das Instrument und griff diesmal zu einem, seinem Aussehen nach gern benutzten, Teppichklopfer. Schon nach zwei oder drei Schlägen bemerkte ich, das war nichts für mich, und ich griff wieder zur Neunschwänzigen, meinem Lieblingsspielzeug.
   Während ich um W. herumstolzierte, ihn mit Worten demütigte, ihn zwickte und zwackte, kam M. näher. Ihre Augen glitzerten, und als wir beide hinter W. angekommen waren, griff sie in den Slip und rollte ihn leicht herunter.
   Ich erschrak für einen Moment. Der Po war blutig und tiefrot gefärbt. Ihr Finger zeigte auf verschiedene Stellen des Slips. Erst jetzt sah ich die eingearbeiteten Spikes im Slip. Kein Bedauern erfüllte mich. Ich sah in die Augen von W.: Sie strahlten mich an. Ich sah zu M. hin, sie signalisierte mir: Gut gemacht, und auch in den Augen meines Liebsten sah ich Bewunderung. Ich horchte in mich hinein. Mein Puls raste, doch es war die pure Erregung. Lust. Die Session war gut, aber ich fühlte, wie mich so nach und nach die Kraft verließ.
   M. bemerkte es mit ihrer Sensibilität sofort und kam zu mir. "Wir werden ihn jetzt lösen und dann die Kanülen entfernen, er hat genug." Sie befreite W. von den Handgelenkfesseln und ging dann voraus ins Vorzimmer.
   "W., komm her" befahl sie, als wir alle wieder Platz genommen hatten. Sie zog sich Gummihandschuhe an und nahm das Desinfektionsspray zur Hand. Nachdem sie erst die Kanülen der einen Brustwarze entfernt hatte, erklärte sie uns, wieso jetzt eine Blutung eintrat, und wie diese zu stillen sei. Erst danach befreite sie auch die andere Brustwarze von den Peinigern.
   Ich bekam alles nur noch wie durch Watte mit. Erst jetzt wurde mir erst richtig bewußt, was ich getan hatte, wie ich reagiert hatte und wie ich mich jetzt fühlte. Verstohlen griff meine Hand zu der meines Liebsten, und der erwiderte Druck tat mir unendlich gut.
   Nachdem M. ihren Sklaven mit Anweisungen fortgeschickt hatte, gingen wir wieder nach unten. Auf der Treppe drehte sie sich plötzlich um und sagte nur kurz zu mir: "Du warst gut - sogar sehr gut. Es würde mir Spaß machen, mit Dir zu arbeiten. Können wir uns später noch treffen und etwas plaudern? Mein nächster Kunde wartet." "Mit Freuden," sagte ich nur, wußte aber auch, ich brauchte jetzt erst etwas Zeit, um alles zu verarbeiten. Es wurde dann auch noch ein sehr langer Abend.
   Ein paar Tage später traf eine Mail von W. bei mir ein. Er bedankte sich bei mir und bestätigte mir eine besonders gute Handschrift. Außerdem hätte er sich zu Herzen genommen, was ich ihm gesagt hätte und er versprach mir, an sich zu arbeiten. Diesen Besuch im Studio werde ich wohl nie vergessen, und ich werde ihn wiederholen, das ist sicher. Die Frage ist nur, wer wird dann spielen? Welchen Part wird mein Liebster dann übernehmen?


© 1995 Ambiente