Listenmärchen

von Ambiente
 

   Es war einmal ein Sir. Er war kein normaler Sir, sondern ein Sir, der bittersüße Vorlieben hatte. Seit einigen Sonnenwenden war ihm nach einer ganz besonderen Aufgabe zumute, denn seit einigen Monden gingen ihm viele Gedanken durch den Sinn und deshalb suchte er nach einer Möglichkeit, sich mit ganz besonderen Menschen in einem Kreis zusammenzufinden. Niemand, der nicht in diesen erlesenen Zirkel passte, hatte eine Möglichkeit, Zugang zu diesem zu erhalten.
   Der Sir suchte eine ganze Weile nach einem Namen für sein virtuelles Märchenreich und entschied sich für die beiden wunderbarsten Worte, die seine Vorlieben am besten umschrieben: BitterSweet.
   Seine Untertanen - wenn sie denn mal den Zugang zu seinem Reich gewährt bekamen - hatten die große Ehre, sich Sweeties nennen zu dürfen. Es gab zwei Sorten von Sweeties. Da gab es die Sorte Sweeties, die die bittere Süße verteilten und dann gab es die Sweeties, die voller Süße die bitteren Geschenke kosten durften.
   Eines Tages spürte der Sir das unbändige Verlangen, wieder einmal seine Sweeties um sich herum zu versammeln. Also übergab er zweien seiner treuesten Seelen die Aufgabe, dieses Treffen zu organisieren. Es waren seine Lieblingssweeties Mona und Lomi. Diese beiden machten ihre Sache ganz hervorragend, kamen aber mit der Wahl des Domizils nicht so recht weiter, wollten sie ihren großen Sir doch zufrieden stellen. Sie baten Wutzwesel um sweetige Mithilfe und dieser gab sich ganz der bitteren Süße dieser Aufgabe hin. Er legte sich sogar den Verzicht eines Treffens mit anderen Sweeties in der Metropole HH auf und kümmerte sich rührend um die Erkundung eines Ortes, den er seinem Sir mit den Worten SMC beschrieben hatte.
   Nun war also der Tag im November gekommen, an dem der Sir in diesem SMC seine Sweeties treffen wollte. Er war mit seinen beiden Hofdamen Mona und Lomi als Erster angekommen. Er freute sich sehr auf diesen Abend und überlegte schon eine ganze Weile, wie er einer seiner Untertanen, der frechen Zarah, die ihn in der virtuellen Welt immer wieder gereizt hatte, mit seiner Art von Gehorsam vertraut machen konnte. Er hatte sich vorgenommen, diesem vorlauten Wesen anständig die Leviten zu lesen.
   Als einer der ersten tauchte Barde auf. Er flitzte sofort auf Mona zu und fragte ganz aufgeregt: "Wo sind denn die Namensschilder?" Mona gab ihm einen Nasenstüber und meinte nur: "Erst, wenn alle eingetroffen sind." Im Laufe des Nachmittags trafen alle geladenen Sweeties ein und versammelten sich in dem großen Raum, wo der Sir Hof halten wollte.
   Der Sir saß auf seinem Thron und neben ihm standen hochaufgerichtet seine beiden Hofdamen. Es machte ihm Spaß, sie so hochaufgerichtet da stehen zu lassen, wusste er doch, dass sie ihm viel lieber zu Füßen liegen würden.
   Er klatschte mit der Reitgerte in seine flache Hand und gab die Order, dass seine Sweeties, so sie denn paarweise angereist waren, ihn nun begrüßen durften. Die Singles sollten warten, bis sie an der Reihe waren. Kaum standen die ersten beiden, Ralf und Petra, vor dem Sir, da flitzte Barde wieder herbei und hüpfte aufgeregt vor seinem Sir herum: "Darf ich jetzt die Namensschilder anstecken? Bittteeeeeeeeeee..."
   Der Sir schaute zu Mona hinüber, und die reichte ihm ein Kästchen mit den Namensschildern. Er reichte Barde das Kästchen und drohte ihm: "Wenn Du Dich einmal vertust, kommst Du da drüben an die Säule, und damit Du weißt, was Dir da blüht, werde ich es Dir zeigen...Zarah, zu mir!"
   Es wurde still im Raum, und vor Zarah tat sich eine Gasse aus Sweeties auf. Der Sir senkte seinen Blick in den von Zarah, und diese machte wie eine Marionette einen Schritt vor den anderen, bis sie direkt vor dem Sir stand. Er richtete sich auf und seine Stimme klang wie blanker Stahl, kalt und schneidend: "Ausziehen!" Zarah war von dieser befehlenden Stimme so gefangen, dass sie wortlos - was bei ihr sehr selten vorkam - seinen Worten folgte.
   Der Sir sah in die Runde und beorderte dann Elektrix zu sich her. "Binde sie an die Säule, aber lass erst einmal deine herrlichen Spielzeuge aus dem Spiel." Elektrix kam eilfertig auf den Sir zu und wagte trotzdem zu fragen: "Sir, kein Kabelchen, nicht einmal ein kleines Kabelchen?" "Elektrix, kein Kabelchen, auch kein Kleines!"
   Elektrix schmollte ein wenig, konnte er doch hervorragend mit den knisternden und spannenden Spielzeugen umgehen. Voller Eifer band er dann mit einem Seil, dem er abwertende Blicke zuwarf, Zarah mit dem Bauch an eine Säule.
   In der Zwischenzeit betrachte der Sir das Pärchen, welches immer noch vor ihm stand. "Nun, mein Lieber", meinte er zu Ralf, "zeige mir mal Dein letztes vollbrachtes Muster." Ralf nahm seine Petra bei der Hand, drehte sie herum und gab ihr den knappen Befehl: "Bücke Dich!"
   Petra tat, wie ihr Meister es von ihr gewünscht hatte und streckte ihren hübschen, ach so zierlichen Hintern so weit es ging heraus. Ralf schob das hochgeschlitzte Röckchen über die zierlichen Rundungen, und der Sir konnte wundervoll gleichmäßig gesetzte Striemen ansehen. Nachdem Petra sich wieder aufgerichtet hatte, konnte der Sir ganz deutlich sehen, wie liebevoll Petra ihren Ralf ansah.
   Mit einer lässigen Handbewegung entließ der Sir diese beiden und gab ihnen die Erlaubnis, ihrem Vergnügen zu frönen. Sie wollten gerade zur Seite treten, als Barde ihnen den Weg verstellte, um ihnen endlich - was für eine Quälerei, solange warten zu müssen - die Namensschildchen anzuheften.
   Als nächsten traten Cubi und Ambi vor den Sir. Sie standen dicht nebeneinander und senkten kurz zur Begrüßung ihren Kopf, um sich dann sofort wieder hoch aufzurichten.
"Na...", sagte der Sir gedehnt, "habt ihr Euch mal wieder nicht einigen können, wer heute die Gerte schwingen darf? Ambi...laß Cubi doch auch mal." "Ja, Sir! Selbstverständlich, Sir!", sagte Ambi etwas zu aufmüpfig zu ihrem Sir. Der Sir winkte nach hinten, und sofort hüpfte Barde mit den beiden Namensschildchen heran.
   Bevor die nächsten zwei zum Sir treten konnten, entwickelte sich im Hintergrund eine Unruhe, die vom Sir nicht mehr unbemerkt bleiben konnte. Er schaute hinüber und konnte sehen, dass Atame der Begrüßung nicht mehr folgte, sondern sich angeregt mit Onika stritt. "Onika und Moni99999", griff der Sir ein, "bringt Atame her und bindet ihn hier an die andere Säule. Er darf noch genau soviel anhaben wie Zarah!"
   Da Zarah wie der Herrgott sie erschuf an der Säule stand, machten sich Onika und Moni99999 voller Eifer daran, diesem Wunsch ihres Sirs zu folgen. In Windeseile hatten sie Atame seine heißgeliebte schwarze Lederhose ausgezogen. Dieser folgte kurzerhand sein Hemd und was ihn sonst noch behinderte, die Kühle der Säule auf seiner Haut zu spüren.
   Der Sir schaute kurz zu den beiden Damen hinüber und brummelte: "Nicht so zimperlich, die Damen, sonst zeige ich Euch, wie es geht!" Die beiden zerrten an dem 8mm-Seil solange herum, bis es sich wie ein Kettenpanzer um den armen Atame schlang, der nicht genau wusste, ob er sich freuen oder fürchten sollte. Immerhin hatte immer noch der Sir die Gerte in der Hand.
   Die beiden nächsten, die vor den Sir schritten, waren ledoc und seine Frau. Er führte sein Weib vorsichtig die Stufen zum Trohn hinauf, sie immer wieder behutsam abstützend. Sein Blick ruhte immer wieder auf ihrem sanft geschwungenen Leib und alle konnten sehen, wie sehr er sich freute, dass seine Frau ihn begleitet hatte. Er aber fürchtete, dass sie sich mal wieder zuviel zumuten könnte. Er wollte schon etwas sagen, da sprach sie dazwischen: "Sir, haben sie einen Knebel zur Hand? Ich denke, ledoc braucht mal eine Sendepause." Dankend nahm sie einen Knebel entgegen und legte ihn kurzerhand ihrem ledoc an. Dieser war total perplex - so dominant hat er seine Liebste noch nie erlebt. Nachdem auch diese beiden mit den Namensschildchen durch Barde versehen waren, durfen auch sie sich die Spielzimmer ansehen gehen.
   So nach und nach traten alle Paare vor den Sir und erhielten dann von Barde ihre Namenschildchen. Zuletzt wurden die Singles vom Sir begrüßt und bekamen zur Belohnung, weil sie sich allein zum Listenmärchen eingefunden haben, besondere Lieblingsbeschäftigungen zugewiesen. Aber niemand durfte spielen, bevor der große Sir nicht diese Runde eingeläutet hätte.
   Doch auch der Sir war inzwischen kribbelig geworden und fieberte dem Moment entgegen, wo er den Startschuss für dieses Treffen seiner Sweeties geben konnte.
   Schließlich war der Moment gekommen. Er trat vor die beiden Säulen und die daran befestigten Untertanen Atame und Zarah. "Da haben wir ja alles da - von A bis Z - fangen wir an!" Damit hob er die Gerte und begann die beiden Hintern ganz allmählich aufzuwärmen. Der Rhythmus der Gerte und das Klatschen auf nackter Haut schlug bald alle in ihren Bann, und wenn Ambi nicht so sadistisch wäre, würde das Listenmärchen hier noch eine ganze Weile so weiter gehen.


© 1999 Ambiente