Frühstück im Dunkeln

von Ambiente
 

   Als er erwachte, spürte er, dass etwas anders war, ungewöhnlich. Doch er konnte nicht sofort einordnen was es war. Ein leichter Druck lag auf seinen Augenlidern, sodass er seine Augen nicht öffnen konnte. Auch bewegen konnte er sich nicht, denn er spürte, wie seine Handgelenke und auch seine Fußgelenke ans Bett fixiert waren.
   "Guten Morgen, mein Lieber," hörte er seine Liebste neben seinem Ohr flüstern. "Du hast mich gestern Abend so glücklich gemacht, jetzt möchte ich mich dafür revanchieren - auf meine Art!" Er konnte fast das Lächeln hören, welches jetzt wieder einmal spitzbübisch über ihr Gesicht huschte.
   Dieses Kribbeln stieg in seiner Magengrube auf. Ein Gefühl wie Schmetterlinge im Bauch, das sich noch verstärkte, als er fühlte, wie sich seine Partnerin zu ihm aufs Bett legte. Er fühlte, dass er vollkommen nackt und ihr ausgeliefert war und sie nutzte diese Gelegenheit weidlich aus. Zuerst mit ihren Fingern, dann mit ihrer Zunge erkundete sie seinen Körper, wobei sie auch die empfindlichsten Stellen nicht ausliess. Mal spielte sie mit ihren Fingern an seinen Hoden, dann wieder biss sie ihn in die festen Brustwarzen, mal saugte sie ihm hingebungsvoll seinen Schwanz. Dann, als sie spürte, wie sich der Bauch verspannte, also kurz bevor er kam, hörte sie plötzlich auf.
   Dafür spürte er eine andere Berührung, irgendwie seltsam, aber nicht weniger erregend. Einmal war das Gefühl weich wie Seide, dann wieder rau wie Schleifpapier, ab und zu kratzte es richtiggehend. Dieses Gefühl kroch zwischen seinen Schenkeln hin- und her, wanderte zu seinem Bauchnabel und wurde auf die Brustwarzen ausgedehnt, die dieser Behandlung nicht abgeneigt schienen, denn es gab abwechselnd einen kurzen, stechenden Schmerz und ein wahnsinnig leichtes Streicheln mitten auf diesen harten, aufgerichteten Nippeln. Er wand sich unter diesem Gefühl hin und her und hatte doch keine Chance, ihm zu entrinnen. Wieder stand er kurz davor zu kommen. Er konnte nur noch keuchen: "Was...was machst Du mit mir? Was ist das? Was benutzt Du da?"
   Statt einer Antwort stand sie jedoch auf und überliess ihn eine Zeit sich allein. Er fühlte sich von ihr verraten, was sollte das? Wieso liess sie ihn jetzt allein, jetzt in dem Moment, wo er alles tun würde, nur um in sie einzutauchen?
   Als sie zurück kam, roch er den Duft von frischem Kaffee. "Frühstück", meinte sie gutgelaunt- er dagegen war am Kochen. Sein Zorn steigerte sich sogar noch, als er fühlte, wie sie ihre Kaffeetasse auf seinem Bauch abstellte. Mit einem letzten Rest Vernunft hielt er still, denn die Kaffeetasse stand gefährlich nahe an seinem besten, hochaufgerichteten Stück, und das wollte er sich nun wirklich nicht mit kochend heißem Kaffee verbrühen.
   "So, und jetzt gibt es erst einmal ein Marmeladenbrot", hörte er sie sagen und schon hörte er, wie die Butter auf den duftenden Toast gestrichen wurde. Doch anstatt die Marmelade auf den Toast zu schmieren, liess sie einen großen Batzen der kalten Marmelade - und er wußte, dass sie das genau eingeplant hatte - mitten auf seine rechte Brustwarze fallen.
   Er musste stillhalten, die Kaffeetasse auf seinem Bauch zwang ihn dazu, auch dann noch, als sie sich daran machte, alles mit der Zunge wieder aufzuschlecken. Aber das war noch nicht alles, kaum war sie mit der rechten Brust fertig, wiederholte sie das Spiel mit der linken. Zärtlich leckte sie die Marmelade fort, dann biss sie nacheinander kurz in beide Brustwarzen.
   Diese abwechselnden Gefühle brachten ihn bald an den Rand des Wahnsinns, vor allem, da er zur absoluten Passivität verurteilt war. Er konnte sich nicht einmal bewegen, da ansonsten die Gefahr bestand, dass er die Tasse umkippen könnte. Sie hingegen genoss das Spiel in vollen Zügen. Eine letzte Steigerung hatte sie sich noch ausgedacht.
   Er hörte erst gar nichts. Angestrengt lauschte er, was Sie denn nun wieder aushecken würde. Er hörte, wie ein Deckel aufgeschraubt wurde. Sie hatte das Honigglas genommen und liess den süßen Nektar über seinen Docht laufen. Er fühlte, wie seine Hüften anfingen zu zucken, nur mit Mühe konnte er diese Bewegung unter Kontrolle bekommen.
   Dann war sie da. Mit ihren Lippen und ihrer Zunge begann sie alles wieder abzuschlecken. Er versuchte sich zu beherrschen, seine Bewegungen unter Kontrolle zu bekommen. Doch als er dann ihren Mund an seinem Schwanz spürte und sie damit begann, den Honig wegzulecken, brach seine Beherrschung wie ein Kartenhaus zusammen. Sein Becken begann zu stoßen und zu kreisen. Es war ihm egal, dass der - inzwischen zum Glück nur noch lauwarme - Kaffee verschüttet wurde und an ihm herablief. Er drückte ihr seinen Pint entgegen und fühlte, wie er immer tiefer in ihren Mund hineinstieß. Sein Stöhnen wurde immer lauter, bis er endlich kam und alles von ihr aufgefangen wurde.
   Er spürte kaum noch, wie sie ihm die Fesseln löste, und als Sie ihm die Augenbinde abnahm, fiel sein Blick auf eine langstielige Baccararose. Er küsste sie und nach ein paar langen Minuten der Entspannung begannen sie ein herrliches Streitgespräch über die Klebrigkeit von Honig...


© 1992 Ambiente